Holz als Baumaterial in der Stadt: Woodbox und Wooddays in Bratislava

30/04/2014 13:10

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Text: Jana Hrbeková, Fotos: Marek Nagy für Advantage Austria

Holz und seine Verwendung in der Stadtarchitektur sind von 25. April bis 5. Mai ein besonderes Thema in Bratislava. Die internationale Roadshow Wooddays-Woodbox, die am 21. März 2014 in Mailand begann, macht für zehn Tage Station in der slowakischen Hauptstadt. Eine mobile Ausstellung in der sogenannten WOODBOX – einem Holzcontainer auf dem Ľudovít-Štúr-Platz – zeigt Beispiele der progressiven Holzarchitektur in Europa. In fünfzig architektonischen Projekten ist Holz nicht nur ein Bestandteil der Tragekonstruktionen, sondern auch von Hochhäusern oder Anbauten zu bereits existierenden Häusern.

Begleitend finden die WOODDAYS mit unterschiedlichen Dialogveranstaltungen statt. Darin wollen die Organisatoren Holz als Baumaterial der Zukunft vorstellen, vor allem in den Stadtzentren. Holzhäuser werden dabei als nachhaltige Bauten präsentiert, die in „intelligenten“ Städten eine unersetzliche Rolle spielen. Eine solche intelligente Stadt will auch Bratislava sein. Im Rahmen der internationalen Veranstaltung  findet im neuen Rathaus auf dem Primatialplatz ein Stadtgespräch nicht nur zum Thema Holz statt, im Spiegelsaal des Primatialpalais treffen sich Architekten zu einem Kongress. Die WOODBOX ist für die Öffentlichkeit von zehn Uhr morgens bis zehn Uhr abends geöffnet.

Die nachhaltige Entwicklung in der Stadt hängt der Hauptarchitektin von Bratislava Ingrid Konrad zufolge nicht nur mit dem Klima zusammen und mit den Grünflächen, die in der slowakischen Hauptstadt immer kleiner werden, sondern auch mit den benutzten Baumaterialien. „Ein traditionelles Baumaterial in Bratislava sind Ziegel und Putz, mit allen Problemen, die sie mit sich bringen. Dasselbe gilt auch für Stahlkonstruktionen, die in der Stadt ebenso verbreitet sind. Mehr als die Hälfte der Einwohner leben in Häusern, die in den 70-er bis 80-er Jahren gebaut wurden. Diese Plattenbauten bringen heute und in Zukunft große Probleme. Da gibt es einen Raum für Diskussionen über die menschenfreundlichere Gestaltung dieser Siedlungen. Und gerade der Holzausbau könnte in diesen Stadteilen sehr positiv wirken.“

Laut Konrad ist Holz ein Material, das für Bratislava viele Vorteile hat: „Holz ist ein Material, an dem es bei uns nicht mangelt. Es ist schon beim Bau umweltfreundlich. Das Holz senkt die Treibhausgasemissionen nicht nur beim Bau, sondern auch beim Gebrauch von Häusern. Das alles sind Ziele, die sich Bratislava gesetzt hat. Der Bratislavaer Oberbürgermeister hat im Jahre 2012 die Verpflichtung über nachhaltige Städte unterzeichnet. Laut dieser bemühen sich die Bürgermeister aus der EU und China um ein nachhaltigeres und stärker integriertes Konzept der Städtepolitik. Bratislava hat sich darin verpflichtet, die Ziele der Strategie „Europa 2020“ zu erfüllen. Zu diesen Zielen gehört auch die Senkung von Treibhausgasemissionen. Und dies betrifft nicht nur den Verkehr, sondern auch Heizung und Klimaanlagen in den Bauten.“